Studienkredit-Risiko
jetzt prognostizierbar

Presseinformation, Hamburg, 01.09.2006

Das für Banken schwierige Problem der Risikobewertung bei der Vergabe von Studienkrediten ist gelöst: Die Tenman Prognosys GmbH kündigt bis Ende Oktober die planmäßige Fertigstellung ihres „Student Loan Rating“ an. Das IT-gestützte Verfahren erlaubt direkt am Bankschalter die Klassifizierung aller studentischen Kreditbewerber hinsichtlich ihres Karriereerfolgs in und nach dem Studium und den Rückschluss auf die spätere Einkommenshöhe. Damit werden die Voraussetzungen für eine objektive Kundenberatung, die individuelle Anpassung der Darlehenshöhe und für eine gesonderte Verbriefung von Studienkreditforderungen geschaffen.

Das „Student Loan Rating“ ist das Ergebnis einer zweijährigen Entwicklungsarbeit unter wissenschaftlicher Federführung des Flensburger Fachhochschulprofessors Dr. Walter Mohr. Ein Pilotmodell hat sich bereits seit dem Herbst 2005 bei einer norddeutschen Sparkasse im praktischen Einsatz bewährt. Parallel fanden intensive Diskussionen mit der zuständigen Datenschutzbehörde statt, um das als „Scoring“ eingestufte Verfahren unter den Aspekten des Daten- und Verbraucherschutzes zu zertifizieren. Dazu gehört, dass keine Diskriminierung einzelner Studienfächer stattfindet. „Kein Student wird schlecht bewertet, nur weil er ein vermeintliches Orchideenfach gewählt hat“, garantiert Professor Mohr. Die persönlichen Eigenschaften eines Studierenden, die zum Beispiel in Mobilitätsbereitschaft oder in einem zügigen Studienverlauf zum Ausdruck kommen, seien objektiv wichtiger als die im Zeitverlauf schwankende Arbeitsmarktlage fachbezogener Berufsgruppen.

Eine bundesweite Befragung junger Akademiker über Studienverlauf und Berufserfolg hat das Prognosemodell jetzt empirisch fundiert. Ehemals Studierende im Alter bis zu 35 Jahren können sich auch weiterhin noch an der Umfrage beteiligen, indem sie im Internet die Forschungshomepage des Projekts unter http://fh.diwis.de/fh1 ansteuern.

Der praktische Einsatz sieht ein rund fünfzehnminütiges Kundengespräch vor, in dem der Student Angaben zu Werdegang, Studium und zu sonstigen Quellen seiner Studienfinanzierung macht. Die Antworten werden vom Kundenberater im Computer erfasst und ohne Namensnennung des Kunden (pseudonymisiert) über eine datensichere Internetverbindung an die Tenman Prognosys übermittelt. Von dort erfolgt umgehend eine automatische Einstufung des Kreditbewerbers, die eine Karriereprognose zum Ausdruck bringt.

Bisher konnten Banken und Sparkassen die Chancen und Risiken von Studiendarlehen nur sehr pauschal bestimmen. Die mangelnden individuellen Unterschiede führen in vielen Fällen zu Kreditangeboten, die sich als zu großzügig herausstellen dürften, das heißt die Überschuldung des Kreditnehmers bewirken. Zum Schutz vor entsprechenden Zahlungsausfällen sind die in den Darlehenszins einkalkulierten Risikomargenunnötig hoch.Die KfW versucht das Problem zusätzlich dadurch zu lindern, indem sie eine Tilgungsstreckung bis zu 25 Jahren anbietet, was aber eine weitere Verteuerung des Kredits bedeutet. Manche Institute beschränken hingegen die maximale Kredithöhe. Dadurch werden sie andererseits den Bedürfnissen „guter“ Studenten oft nicht gerecht und sie verzichten auf mögliche Erträge. Welche Kredithöhe individuell angemessen wäre, sollte daher Gegenstand einer qualifizierten Kundenberatung sein. Doch dafür fehlten bisher objektive Kriterien. Weil die absehbare neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie die Beratungsanforderungen verschärft, droht den Kreditinstituten zudem rechtliches Ungemach. Das neue Student Loan Rating löst diese Probleme, auch im Sinne der Verbraucher.

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